Der Mehlsackanhänger für „Roggenvollkornschrot Type 1790“ ist auf bräunlicher Pappe gedruckt. Unter dem Loch zur Aufhängung findet sich die Produktionsstätte „Konsumgenossenschaftsverband Sachsen-Anhalt e.G.m.b.H. Mühle Altbensdorf (!)“. Dieser Konsumgenossenschaftsverband war der Träger der Mühle zwischen 1950-1952. Der Mehlsackanhänger ist auf „Sept. 1953“ datiert. Unter der Produktangabe findet sich Platz für Waren-Nummer, Feuchtigkeitsangabe, Mahlpost „155-2“ sowie Gewichtsangabe. Auf der Rückseite des Mehlsackanhängers findet sich das violetftarbene Dreieck des Gütezeichens mit der Nummer: „67/307/3411“.
Bereits im Jahr 1780 wurde eine Windmühle in Bensdorf beschrieben. 1829 wurde eine Mühle der Müller Georg Christian Sengespeick eingeweiht. Nach einem Brand folgte der Bau der ersten Dampfmühle durch den Sohn Karl Friedrich Sengespeick. Weitere Brände und weitere Aufbauarbeiten folgten. 1935 wurde auf dem Mühlengelände ein massiver Getreidespeicher (für fast 1000 Tonnen) gebaut. Am 30. September 1946 wurde der Mühlenbesitzer Erich Sengespeick enteignet und die Mühle gelang in die treuhänderische Verwaltung. Die, für das Jahr 1940, geplante Elektrifizierung erfolgte erst von 1946 bis 1947. Nach 1949 erfolgte ein häufiger Wechsel der Trägerschaft: von der Industriewerke Sachsen-Anhalt zu Konsumgenossenschaft und diversen Konsumverbänden in Brandenburg. Nach der Wende gelang der Bensdorfer Mühle ein Übergang in die private Marktwirtschaft. Seit 1994 ist die Mühle im Besitz von Bernd Xenodochius. Gemahlen wird ausschließlich ökologischer Roggen und Weizen.