Für den Mehlsackanhänger wurde rötliches Papier auf eine Pappe geklebt. Über dem Loch zur Aufhängung ist die Druckerei Adolf Noack, Stettin genannt. Darunter stehen die Angaben zum Müller und zur Mühle: „Martin Karow Nachf. „Fichtenmühle“ Meißen-Garsebach“. Unter einem Trennstrich sind die Angaben über das Produkt: „Weizenmehl 00/1“.
Der Ort Garsebach hat insgesamt vier Mühlen. Die Fichtenmühle wird erstmals 1210 erwähnt. Die Wassermühle ging im 19. Jahrhundert in den Besitz der Familie Naumann über, die das Gebäude vergrößerte. Im Jahre 1923 musste sie die Mühle verkaufen. Die Mühle wechselte mehrmals den Besitzer, bis die Mühle 1934 von der Familie Wenzel erworben wurde. Aus dieser Zeit stammt auch der Mehlsackanhänger. Die Familie Wenzel ließ 1937 zwei Turbinen zum Antrieb der Mühle einbauen. Ab den 1960er Jahren wurde dort Rohfrucht für die Brauereien gemahlen, sowie Gerstenflocken und Maisgrieß hergestellt. Erst nach 1990 stellte die Familie die Produktion auf Roggen und Weizen um.